Achtklässler im Rathaus

Von   11. Juli 2017

 

„Gemeinde“ ist das große Thema im Fach Gemeinschaftskunde in Klasse 8. Bürgermeister Achim Deinet und Hauptamtsleiter Günter Bechinka nahmen sich die Zeit, die 8. Klasse des Progymnasiums persönlich in die Arbeit der städtischen Verwaltung einzuführen. „Viele denken, Verwaltungsarbeit – das ist Staub und Ärmelschoner. Tatsächlich ist es spannend und vielseitig“, so Deinet. Jeden Tag kämen z.B. Menschen vorbei, die nach Wohnraum in Bad Schussenried suchen: „Unsere Aufgabe ist zu schauen, wo und wie wir ihnen helfen können.“ Im Bereich der Versorgung mit Wohnraum sieht Bürgermeister Deinet eine wichtige Herausforderung für die wachsende Stadt. „Was wird aus dem Jugendtreff, wenn die Bebauung am Metzgergässle abgerissen wird?“, wollte einer der Schüler wissen. „Wir reißen erst ab, wenn wir etwas Neues gefunden haben, z.B. im Klostergelände.“ Im Bauamt demonstrierte der Bürgermeister den Jugendlichen, was alles in und unter einem Baugebiet steckt: Am Computer sind alle Infrastrukturelemente, z.B. Wasser und Abwasserleitungen oder auch die einzelnen Straßenlaternen aufrufbar. Der Blick hinter die Kulissen war für die Schülerinnen und Schüler eine spannende Erfahrung.

Auch die politische Seite der Rathausarbeit wurde von den Schülern angesprochen. Ausgehend vom Bürgerentscheid zur Sporthalle erläuterten Bürgermeister und Hauptamtsleiter die Beziehung zwischen Verwaltung auf der einen und Gemeinderat auf der anderen Seite. Was den Schülern wiederum deutlich wurde, wie auch schon beim Besuch der Gemeinderäte Gerhard Delle und Norbert Bader vor einigen Wochen, ist die Komplexität vieler Entscheidungen. Dem betroffenen Bürger erscheint vieles einfach, was tatsächlich aber eine Menge von Faktoren -rechtliche Voraussetzungen, technische Möglichkeiten, Interessenskonflikte, z.B. – berührt: „Da geraten wir alle oft in die Schusslinie und müssen unseren Kopf hinhalten – andererseits ist der Gestaltungsspielraum in der Gemeinde eine tolle Sache.“ Daran schloss sich auch der Appell an die Schülerinnen und Schüler, selbst aktiv in der Gemeinde mitzugestalten – vielleicht eines Tages auch als Bürgermeister!