Outdoor-AG erkundet Stadtwald mit Bürgermeister Deinet

Von   10. Oktober 2018

„Tanne oder Fichte?“ – das war die Ausgangsfrage, die sich die „Outdoor-AG“ des Progymnasiums vergangenen Dienstag stellte. Und wer wäre besser geeignet, diese Frage fachkompetent zu klären als Bürgermeister Achim Deinet, studierter Forstwissenschaftler? Also zogen die zehn Schüler aus den Klassen 6 bis 9 mit ihrem Lehrer Christian Jobke und Herrn Deinet zu ihrer ersten Walderkundung.

Ein Förster meint es ernst: Wasserfeste Schuhe – das war schon angekündigt – und so ging es durch das dichteste Dickicht, die schlammigsten Quellhorizonte (= neuerlernter Fachbegriff) und die morschesten Borkenkäfergründe. Der Bürgermeister voraus, der Rest war entweder stolz, mithalten zu können oder ahnte spätestens jetzt, dass mit „Outdoor“ doch nicht die Fahrt im Cabrio gemeint war. Bedeckt mit Schlamm (es galt ja, manche Dinge zu „begreifen“), die Hände und die Haare voll unterschiedlichster Zweige und Blätter (das war der Arbeitsauftrag) und in heiterster Stimmung fand man sich schließlich zu einer ausführlichen Pflanzenbestimmungsrunde am Katzenbuckel ein. Die Begeisterung des Fachmannes war ansteckend: Ob gefiederte Esche mit schwarzer Knospe oder zweifach gezackte Hainbuchenblätter – wahrscheinlich sind nicht alle Details bei den Schülerinnen und Schülern hängen geblieben. Was aber sicher hängen bleibt, ist, dass es im Wald ungeheuer viel zu entdecken gibt und dass „der Wald“ in Wirklichkeit ein äußerst komplexes Gebilde ist.

Warum überhaupt eine „Outdoor-AG“? Die AG soll dazu beitragen, ein Gegengewicht zu dem zu setzen, was heute vielfach das Freizeitverhalten unserer Schüler bestimmt: die virtuelle Erfahrung – und dementsprechend Verzerrung – der Realität am Bildschirm. Die Outdoor-AG will die Natur mit allen Sinnen erschließen und dabei wirklich auch den Körper Erfahrungen machen lassen, denen wir uns im Alltag oft nicht aussetzen: So unser – ziemlich strammer – Marsch abseits der Wege durch Bäche und Sumpf, über totes, vermoostes Holz usw. – das war schon eine Herausforderung. Vorgesehen sind auch z.B. Klettern und Erfahrungen im Wasser.

Es ist uns auf der anderen Seite wichtig, dass die unmittelbare Erfahrung mit Wissen hinterfüttert wird, nach der alten Erkenntnis: „Man sieht nur, was man weiß“. Deshalb möchten wir dabei auch mit Partnern außerhalb der Schule zusammenarbeiten. Wir haben uns sehr gefreut, dass Herr Deinet sich mit seinem Fachwissen sofort angeboten hat, als er von der AG gehört hat. Kontakt haben wir z.B. auch schon zum Hegering (Herrn Marko Ziller) und zur Naturpädagogin des Kreishegerings, Frau Elke Stützle und zum Netzwerk Geocaching. 

 

(Nach der Walderkundung: Man kann doch schon deutliche Veränderungen an Schülern und Lehrkörper bemerken!)