Klasse 10 des CMPG fuhr im Rahmen einer Studienfahrt Ende Mai für 3 Tage nach München und beschäftigte sich bei einem Spaziergang zu Originalschauplätzen im ehemaligen Parteiviertel mit der Frage, wie der Kult im Nationalsozialismus entstehen konnte und auch welche Funktion dieser im totalitären System übernahm. An einem weiteren Orginalschauplatz, der LMU, an der die Geschwister Hans und Sophie Scholl beim Verteilen des letzten Flugblattes der Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“ verhaftet wurden, nahmen die Schülerinnen und Schüler auch Inhalte aus dem Deutschunterricht wieder auf und zwar mit der Fragestellung, wie Geschichte im Gedächtnis bleiben kann, auch wenn Zeitzeugen nicht mehr leben und das natürliche Fortschreiten der Zeit Distanz zwischen damals und heute schafft. Welche Medien eigenen sich? Die Originalschriften, Spielfilme, Dokumentarfilme? Wo sind die Stärken und Schwächen einer medialen Überlieferung? Der Zusammenhang von künstlerischer Freiheit und Politik begleitete die Gruppe auch im Museum Brandhorst bei einer Führung mit der Fragestellung „Ist Kunst politisch?“. Ein weiterer Museumbesuch vertiefte diesen Gedanken, denn die Kunsthalle München beschäftigte sich mit dem Zusammenhang von Haaren und Macht und zeigte anschaulich, inwiefern Haare von der Antike bis zur Gegenwart immer wieder ins Politische reichten, sei es durch Statussymbolik, Instrument der Demütigung oder auch ganz praktisch – um Keilriemen für Kriegsfahrzeuge anzufertigen.
München selbst kam nicht zu kurz. Anknüpfend an die gemeinsame Studienfahrt nach Berlin konnte der urbane Lebensraum mit allen Vor- und Nachteilen erneut beobachtet und diskutiert werden, nicht zuletzt im Deutschen Museum, das sich doch auch mit Phänomenen wie Verkehr, Infrastruktur, Landwirtschaft etc. auseinandersetzt. Die Fahrt war ebenfalls die Abschlussfahrt der Klasse 10, denn die Schülerinnen und Schüler werden am Schuljahresende unterschiedliche Wege begehen – umso schöner, dass die Klasse noch einmal gemeinsam unterwegs war.