
Jürgen Bairle und Erwin Promoli nahmen gerne die Einladung an, sich am Montagmorgen den Fragen und Anliegen der Schüler der Klassen 8–10 des Progymnasiums zu stellen. In einer abwechslungsreichen Mischung aus von Schülern vorgetragenen Anliegen, Kennenlernfragen („Welchen Bildungsabschluss haben Sie?“) und von der Moderatorin vorgetragenen Kurzfragen („Mensa oder Döner?“) sowie Aufgaben an die Kandidaten („Sagen Sie etwas Positives über Ihren Mitbewerber“) hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich ein Bild von den beiden Kandidaten zu machen.
Programmatisch fiel eine große inhaltliche Nähe der beiden Bewerber auf. Beide priorisieren die Sporthalle (Bairle: „Wenn ich Bürgermeister werde, ist das das Thema, das ich am ersten Tag nach der Wahl angehen werde.“). Eine Schwerpunktsetzung, die in der Schülerschaft auf eine breite Zustimmung stieß. Zudem betonten beide, zuhören zu wollen, und vermittelten dies auch glaubhaft im Gespräch mit den Schülern. Sie gingen interessiert auf deren Themen sowie konkrete Ideen und Vorschläge ein, wie etwa Bücherei, Eislaufplatz oder Skatepark. Erwin Promoli lobte den Ansatz der Jugendlichen, Ideen ganzheitlich zu entwickeln und den Mehrwert für die Gemeinde herauszustellen, zum Beispiel dass ein Eislaufplatz oder eine Bücherei gleichzeitig mehr Menschen in die Innenstadt bringen und damit zusätzliche Impulse für Handel und Gastronomie setzen könnten.
Beide verstehen die Gemeinde als Gemeinschaft, in der sich Jung und Alt begegnen und Dinge gemeinsam anpacken. Dieses Anpacken ist dabei durchaus wörtlich gemeint: Beide setzen nicht nur auf Finanzierung durch Steuern und Gebühren, sondern auch auf ehrenamtlichen Einsatz sowie praktische Eigenleistungen (Promoli) oder auf Einsparpotenziale in der Verwaltung (Bairle).
Nicht zuletzt ähnelten sich die beiden Kandidaten darin, dass sie einen fairen Umgangston miteinander pflegten und einem Wettbewerb eher aus dem Weg zu gehen schienen („Mitbewerber – nicht Konkurrent“, wie beide betonten). Der sachliche, konstruktive und sympathische Ton kam beim Publikum gut an. Er forderte die Zuhörer dazu auf, sehr genau hinzuhören und auf Feinheiten und Zwischentöne zu achten, sodass im Nachhinein die Jugendlichen aus ganz unterschiedlichen, individuellen Gründen doch fast alle einen Favoriten hatten.