„Weichenstellung“: Wir sind dabei!

Von   9. Oktober 2015

Das Caspar-Mohr-Progymnasium gehört zusammen mit der Georg-Kaeß-Grundschule in Bad Schussenried zu den ersten Schulen in Baden-Württemberg, die am Projekt „Weichenstellung“ teilnehmen, das von der Zeit-Stiftung und der Karl-Schlecht Stiftung finanziert und von der Pädagogischen Hochschule Weingarten personell organisiert und wissenschaftlich begleitet wird.

Das Projekt unterstützt die beiden Schulen in Zukunft darin, begabten Schülern den Übergang auf das Gymnasium zu erleichtern, indem die teilnehmenden Kinder in besonderer Weise gestärkt und gefördert werden. Dabei zielt das Projekt auf mehr Chancengerechtigkeit, da nicht alle Elternhäuser in gleicher Weise die Möglichkeit haben, ein begabtes Kind für das Gymnasium zu fördern.

Zwei Mentorinnen, Studentinnen der PH Weingarten, begleiten sechs ausgewählte Viertklässler der Bad Schussenrieder Georg-Kaeß-Grundschule die kommenden drei Jahre in- und außerhalb des Unterrichts. Sie werden mit den Schülerinnen und Schülern Theateraufführungen besuchen, Bücher lesen, Fahrten unternehmen, sowie einen Vormittag in der Woche im Unterricht anwesend sein und gezielt Kompetenzen stärken und an Schwächen arbeiten. Die Kinder profitieren insbesondere davon, einen zuverlässigen Ansprechpartner zu haben, der sie unterstützt und an sie glaubt, wodurch sie ihre eigenen Stärken besser kennenlernen können. Natürlich kommt auch der ganzen Klasse die Anwesenheit einer zusätzlichen Lehrkraft im Unterricht zu Gute.

Ein erfreulicher Nebeneffekt des Projektes ist zudem eine noch engere und vertiefte Zusammenarbeit zwischen den Lehrerinnen und Lehrern der beiden beteiligten Schulen, der Georg-Kaeß-Grundschule und des Caspar-Mohr-Progymnasiums, die an die schon bestehenden Kontakte und Kooperationen anknüpft.

Bürgermeister Achim Deinet, der als Mitglied im Arbeitskreis „Bildungsregion Landkreis Biberach das Projekt von Anfang an begleitet, freut sich besonders, dass jetzt im zweiten Jahr des Projekts in Baden-Württemberg auch Schussenrieder Schülerinnen und Schüler von „Weichenstellung“ profitieren können.

Weitere Informationen zum Projekt „Weichenstellung“ finden Sie unter „Infos und Material„.

aus der Schwäbischen Zeitung vom 8. Oktober 2015 von Sarah Schleiblinger
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Mentoren stärken Viertklässler

In dem Projekt „Weichenstellung“ begleiten Lehramtsstudenten begabte Schüler

Die Mentoren des Projekts fördern die Schüler in der Klasse und unternehmen auch in der Freizeit etwas mit ihnen.
Die Mentoren des Projekts fördern die Schüler in der Klasse und unternehmen auch in der Freizeit etwas mit ihnen.

SZ- Sarah Schleiblinger

Biberach sz Das Schülerförderprojekt „Weichenstellung“ geht ins zweite Jahr: In dieser Woche sind in der Aula des Wieland- und Pestalozzi-Gymnasiums der neue Biberacher Jahrgang und die Mentoren offiziell in das Programm aufgenommen worden. „Weichenstellung“ ist ein Programm, bei dem begabte Grundschüler mit eingeschränkter Unterstützung im häuslichen oder schulischen Umfeld drei Jahre lang von der vierten bis zur sechsten Klasse unterstützt werden. Das Besondere: Lehramtsstudenten der Pädagogischen Hochschule (PH) Weingarten begleiten in Zusammenarbeit mit Eltern und Lehrern die Kinder beim Übergang ans Gymnasium.

Das Programm „Weichenstellung“ ist ein Schülerförderprojekt der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerus. Es hat 2013 in Hamburg gestartet und wird seit 2014/15 in Kooperation mit der Karl Schlecht Stiftung (KSG) in Baden-Württemberg durchgeführt. Seit diesem Schuljahr sind neben dem Landkreis Biberach auch Schulen aus dem Landkreis Ravensburg beteiligt.

Stärken kennenlernen

Die Förderung sieht folgendermaßen aus: Ein Student betreut einmal wöchentlich einen teilnehmenden Schüler im Unterricht, zweimal wöchentlich arbeitet er mit maximal drei Projektteilnehmern in einer Kleingruppe. Zusätzlich kommen drei monatliche Treffen außerhalb der Schule dazu. „Wir waren im Musical und im Museum“, erzählt eine Schülerin, die seit diesem Schuljahr neu auf dem Gymnasium ist und sich seit einem Jahr mit ihrer Mentorin trifft. „Ich dachte, bei dem Programm muss man viel lernen – aber es hat eher Spaß gemacht.“

Die Schüler sollen dadurch, dass da jemand ist, der an sie glaubt, ihre eigenen Stärken besser kennenlernen. „Das Projekt bietet außerdem Hilfestellungen an der neuen Schule, es soll jemand da sein, dem man Ängste und Sorgen mitteilen kann“, sagt Ralf Miller, Vorsitzender der Steuergruppe „Bildungsregion Landkreis Biberach“. Wer teilnehmen darf, das entscheidet der Klassenlehrer in Absprache mit der Schule.

Nicht nur die Eltern werden durch das Projekt unterstützt, auch die angehenden Lehrer bekommen einen tieferen Einblick in die Praxis. „Ich habe neben der Lehrsituation vor allem gelernt, wie ich mit den Kindern gut umgehen kann“, sagt eine Mentorin, die bereits im vergangenen Schuljahr dabei war.

Die Mentoren werden bei der Betreuung von der PH unterstützt. „Wir haben im vergangenen Jahr darauf geachtet, dass wir laufend evaluieren, was gut läuft und was wir verbessern müssen“, sagt Bernd Reinhoffer von der PH Weingarten. Er glaubt, dass das Projekt „einen großen Baustein zur Chancengleichheit“ liefert.

Zahlen und Fakten

Im Schuljahr 2014/15 waren 16 Schüler aus dem Landkreis Biberach und sieben Mentoren beteiligt. 2015/16 sind 21 Schüler aus dem Landkreis Biberach und acht Schüler aus dem Landkreis Ravensburg in das Projekt aufgenommen worden. Neun Mentoren arbeiten in diesem Jahr im Landkreis Biberach, im Landkreis Ravensburg sind es drei.

Diese Schulen sind beim Projekt dabei: In Biberach: Birkendorf-Grundschule, Grundschule Mittelberg, Braith-Grundschule, Gaisental-Grundschule, Sophie-La-Roche-Schule Warthausen, Pestalozzi- und Wieland-Gymnasium. In Bad Schussenried: Georg-Kaeß-Grundschule, Caspar-Mohr-Progymnasium. In Weingarten: Schule am Martinsberg, Gymnasium in Weingarten.