Christian Mitzenmacher liest! Danke an den Förderverein!

Von   5. Mai 2026


In unserer „Bubble“, so der Autor Christian Mitzenmacher im Gespräch mit den Klassen 8,9 und 10 des CMPG, leben wir so, dass wir manchmal gar nicht wahrnehmen, wie wertvoll drei Faktoren für ein Menschenleben sind: Familie und Freunde sind da oder sicher erreichbar, Geld finanziert unser Leben und wir sprechen eine gemeinsame Sprache, sodass wir im Alltag kommunizieren können. Alleine wenn einer dieser Faktoren wegbricht, spüren wir Unsicherheit und Schwierigkeit. Fluchtbiografien erleben meist den Verlust aller drei Faktoren gleichzeitig, unvorbereitet und mit ungewisser Perpsektive – und dennoch gelingt es vielen geflüchteten Menschen, ihrem Leben mit Dankbarkeit, Positivität und Gestaltungskraft zu begegnen, so die persönliche Erfahrung des Schriftstellers Christian Mitzenmacher, die ihn zu seinem Debutroman „Knallkrebse“ inspirierte. Hier geht es um die Freundschaft von Tom, Farid und Laura, die nach Farids Flucht und einer sogenannten Flüchtlingspatenschaft viel gemeinsame Zeit in München verbringen und durch die Freundschaft konfrontiert werden mit Themen wie Heimat, Verlust, Sehnsucht, Unwissenheit, Unsicherheit, Depression und Schuld, aber auch Lebendigkeit, Verbundenheit, Entwicklung, dem Erleben des Moments und der Chance, das Leben zu gestalten.
Christian Mitzenmacher las Ende April am Caspar-Mohr-Progymnasium Bad Schussenried und ermöglichte durch seine Offenheit und nahbare Art ein Gespräch, das sich ausgehend von Fragen des jungen Publikums durch verschiedene Themenfelder bewegte: Persönliche Erfahrungen, Schreiben als Tätigkeit, der Literatur- und Filmbetrieb. Auch die Biografie eines Mathematikers, der Bücher schreibt, am Federsee aufwuchs und inzwischen in Berlin lebt, beschäftigte das Publikum, welches ebenfalls mit Offenheit, Interesse und interessanten Gedanken zum Gelingen des Mittags beitrug. Worauf sich die meisten Gesprächsinhalte letztlich herunterbrechen lassen ist die Idee, dass jede Persönlichkeit – egal ob literarische Figur, der junge oder ältere Mensch, in professionellen oder privaten Rollen – zu Entwicklung fähig ist, die wiederum einen aktiven Gestaltungsprozess braucht, der manchmal anstrengende Arbeit bedeutet und oft auch Freude sowie einen großen Gewinn.
Der Förderverein des Caspar-Mohr-Progymnasiums ermöglichte diese Begegnung. Vielen Dank dafür!