Ein Praktikum – und plötzlich sieht die Welt ganz anders aus

Von   16. Juli 2026

       „Ich durfte viel mehr selbst machen, als ich erwartet hatte.“
„Jetzt weiß ich, dass dieser Beruf nichts für mich ist.“
„Am meisten haben mir die Gespräche mit den Bewohnern gefallen.“
„Ich habe nicht nur etwas über den Beruf gelernt, sondern auch über mich selbst.“

Vier Sätze. Vier Schülerinnen und Schüler. Vier ganz unterschiedliche Erfahrungen – und doch beschreiben sie gemeinsam, was die Praktikumswochen am Caspar-Mohr-Progymnasium ausmachen. Ob im BOGY-Praktikum der Klasse 9 oder im Sozialpraktikum der Klasse 10 – viele Erfahrungen lassen sich nicht im Unterricht vermitteln. Man muss sie selbst machen.

Die Praktikumsplätze waren dabei so vielfältig wie die Interessen unserer Schülerinnen und Schüler: Architekturbüros, Arztpraxen, Anwaltskanzleien, Handwerksbetriebe und Unternehmen ebenso wie Pflegeheime, Kliniken, Tagespflegen oder Einrichtungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Überall galt: Mitmachen statt nur zuschauen.

Viele Jugendliche gingen mit klaren Vorstellungen in ihre Praktikumswoche – und kamen mit neuen zurück.

„Ich hätte nie gedacht, dass Architektur so viel mehr ist als Häuser zu zeichnen.“

„Ich durfte viel mehr selbst machen, als ich erwartet hatte.“

„Ich wusste gar nicht, wie vielseitig der Beruf eigentlich ist.“

Aber nicht jede Erkenntnis bestätigte einen Berufswunsch.

„Jetzt weiß ich, dass dieser Beruf nichts für mich ist.“

Auch diese Rückmeldung findet sich mehrfach. Sie zeigt, dass ein Praktikum seinen Zweck erfüllt hat. Wer einen Beruf nicht nur aus Erzählungen kennt, sondern seinen Alltag erlebt, kann den eigenen Bildungsweg bewusster planen.

Im Sozialpraktikum standen dagegen häufig nicht die Tätigkeiten, sondern die Menschen im Mittelpunkt.

„Am meisten haben mir die Gespräche mit den Bewohnern gefallen.“

„Ich habe gelernt, geduldiger zu sein.“

„Es war manchmal traurig, aber trotzdem eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.“

Viele berichten, dass sie den Alltag in Pflegeeinrichtungen oder sozialen Einrichtungen völlig anders erlebt haben, als sie ihn sich vorgestellt hatten. Einige können sich heute vorstellen, später selbst in einem sozialen Beruf zu arbeiten. Andere schließen das für sich eher aus – schreiben aber gleichzeitig, dass ihr Respekt gegenüber den Menschen, die diese Arbeit täglich leisten, deutlich gewachsen ist. Gerade diese Ehrlichkeit macht die Rückmeldungen so bemerkenswert.

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler selbst ziehen eine positive Bilanz. Auch die Rückmeldungen aus den Betrieben und Einrichtungen sprechen eine klare Sprache. Immer wieder wurden Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Interesse und Eigeninitiative hervorgehoben. Viele Jugendliche wurden schnell als Teil des Teams aufgenommen, arbeiteten selbstständig mit und übernahmen Verantwortung. Einige Praktikumsstellen äußerten sogar den Wunsch, die Schülerinnen und Schüler später wieder als Praktikanten oder Auszubildende begrüßen zu dürfen.

Beim Lesen der vielen Rückmeldungen fällt auf, dass sich manche Aussagen unabhängig vom Praktikumsplatz wiederholen:

„Ich habe gemerkt, dass hinter jedem Beruf viel mehr steckt, als man von außen sieht.“

„Ich habe gelernt, auf andere Menschen zuzugehen.“

„Die Woche war viel schneller vorbei, als ich gedacht hatte.“

„Ich würde dort jederzeit wieder ein Praktikum machen.“

Vielleicht sind genau diese Erfahrungen das Wichtigste. Sie helfen dabei, eigene Interessen zu entdecken, Erwartungen mit der Realität abzugleichen und Entscheidungen auf der Grundlage persönlicher Erlebnisse zu treffen. Genau dafür sind die Praktika am Caspar-Mohr-Progymnasium da.

Ein herzlicher Dank gilt den zahlreichen Betrieben, Praxen, Behörden und sozialen Einrichtungen in Bad Schussenried und der Region, die unsere Schülerinnen und Schüler so offen aufgenommen und begleitet haben. Ebenso bedanken wir uns bei allen betreuenden Lehrkräften, die durch ihre Besuche und Gespräche den engen Kontakt zu den Praktikumsstellen gehalten haben.