SOS-Kinderdorf im Unterricht

Von   11. November 2019

„Konflikte in der Familie sind normal“, das war die erste Einsicht, die Christoph Rublack vom SOS-Kinderdorf den Acht- und Zehntklässlern anschaulich vermittelte. Die Jugendlichen erstellten rasch eine „Hitliste“ verbreitetsten Konfliktquellen: Schulnoten und Lernverhalten, Beteiligung bei den häuslichen Arbeiten und Geschwisterkonflikte waren die Spitzenreiter.   „Es sind nicht die Konflikte das Problem, sondern die Frage, wie wir mit ihnen umgehen: Können wir miteinander reden, haben wir Vertrauen zu einander, gibt es eine stabile Bindung als Basis?“ Christoph Rublack, Sozialpädagoge arbeitet für die Organisation SOS-Kinderdorf stellte dar, wie Kindern geholfen werden kann, bei denen diese Grundlage nicht vorhanden ist. Für die Zehntklässler zeigte er zudem auf, welche Anforderungen wichtige soziale Berufe, wie etwa Erzieher, stellen, welche positiven Erfahrungen aber auf der anderen Seite damit verknüpft sein können. Eine Unterbringung in einem Kinderdorf ist zum Beispiel eine Chance für Kinder, die kein Bindungsverhalten gelernt haben, die mit 9 Jahren vielleicht schon in 11 verschiedenen Fmilienkonstellationen gelebt haben. Rublack berichtete von einem solchen Fall, in dem das Kind niemanden mit Namen ansprach und sich für halbe Tage unter das Bett verkroch. „Im SOS-Kinderdorf erwarten wir keine schnelle Besserung, es kann Jahre dauern, bis ein solches Kind sich wieder für andere Menschen öffnet – eine Pflegefamilie hält das in der Regel nicht aus.“ „Achtet bei der Berufswahl auch darauf, dass ihr in der Tätigkeit einen Sinn findet, nur der Blick auf den Gehaltszettel, das reicht nicht“, war der abschließende Rat, den Rublack den Schülern zum Thema Berufsorientierung mitgab.